Angst hat eine Botschaft

Wie bei vielen Emotionen ist es erstmals wichtig, deren grundlegende Botschaft zu verstehen.

Angst ist ein Gefahrenmelder, Beschützer und Antreiber.

Biologisch kann man die bei allen Lebewesen diese Funktionen erkennen. Ein Tier zum Beispiel, das mit Gefahren und Gefährdungen konfrontiert wird, hat drei Möglichkeiten, die weitgehend durch Anpassungsmuster gesteuert werden: Es kann bei Gefahr weglaufen, sich verstecken oder kämpfen.

 

Konfusionen

Bei uns sind solche Mechanismen nicht durch Instinkte festgelegt, deswegen geraten wir in Konfusionen, wenn wir in gefährliche Situationen geraten (Die Gedanken sagen das eine, die Emotionen preschen einmal in die eine dann wieder in die andere Richtung, und dann blockiert alles und wir sind vor Angst starr und zum Handeln nicht mehr fähig). Aus einer Angstsituation können so chronische Beschwerden, Beeinträchtigungen und lang dauernde Defizite entstehen.

 

Körperliche Symptome

Natürlich reagiert bei Angst der Körper genauso konfus und angst gesteuert. Die Gedanken der Angst verstärken sich, die körperlichen Symptome nehmen zu (Kopf- und Brustschmerzen, Atemblockaden, Herzrasen, Magen- und Darmbeschwerden, Motivationsverlust bis hin zu depressiven Reaktionen und Stimmungen, Aktivitätsabbau und Einschränkung von körperlichen Betätigungen.

 

Hilfen

  • Angst genau beobachten, wahrnehmen und beschreiben, evtl. mit Hilfe einer Angstskala, Beobachtungshilfen und Aufzeichnungen.
  • Ideen und Hilfen sammeln, die gegen Angst wirksam sind.
  • Angst behandeln:

– Entspannungstraining

– Geistig-kognitive Steuerung (Neue Gedanken üben, alte stoppen, gewohnte verändern)

– Darstellung von Angst durch Bilder, Tanz und Gestaltungen.

– Aufdeckende Gespräche mit einem Berater oder Coach.

– Ein indivudelles Übungsprogramm  mit Einzelschritte, Zeitplänen und Erfolgskontrolle.

 

Angstanlayse

Otto Rank, ein berühmter Psychoanalytiker, hat alle Ängste ursächlich auf eine große Angst zurückgeführt, auf diejenige nämlich, die die Geburt begleitet: der große Schmerz, die tiefe Ungewissheit, der Verlust von allem, was sicher und geborgen sein lässt. Bei der Analyse der Entstehung und bei der Behandlung von Angst ist dieser Hinweis sinnvoll, weil des aufzeigt, dass Angst das Leben begleitet, eröffnet und deren Bewältigung Sinn macht.

Mit fachkundigen Hilfe sind auch so genannte Grundängste eines Menschen zu definieren.

Riemann, ein Münchner Psychologe hat folgende Grundängste unterschieden und diese können sehr hilfreich sein, die eigenen zu beschreiben, zu deuten und zu bewältigen.

–    Angst vor der Selbstwerdung, Selbstverwirklichung und individuellen Gestaltung seiner

Fähigkeiten.

–     Angst vor dem Selbstverlust, der Aufgabe seiner Bedürfnisse und Möglichkeiten.

–     Angst vor Veränderung, vor dem Risiko, vor Fehlern, vor dem Unvorhergesehenen.

–     Angst vor der Endgültigkeit, vor dem was, geworden ist, was geschehen ist, was nicht verändert werden kann.

Diese Analysen sind schwierig, aber sinnvoll und es gibt viele Hilfestellungen, dies zu schaffen.

Und auch in der Musik, Literatur und Kunst sind wertvolle Beschreibungen, Darstellungen und Ausdrucksversuche dargestellt.

Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist (Fledermaus; Operette von  Johann Strauss Sohn ).

Singen Sie weiter….

 

Literatur:

  • G.Leinhofer: Verhalten als Botschaft
  • Rank: Das Trauma der Geburt
  • Riemann: F Grundformen der Angst